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Bahnhof & Strecken

Vier Richtungen. Ein neuer Mittelpunkt.

1878 wird aus der Station an einer Strecke ein Bahnhof mit Aufgaben für eine ganze Region.

Die zweite Verbindung

Am 15. Mai 1878 wurde die Strecke von Schnabelwaid über Kirchenlaibach nach Marktredwitz eröffnet. Nun trafen hier die Richtungen Bayreuth und Weiden auf die Verbindung in Richtung Nürnberg und Marktredwitz. Die späteren Fernverbindungen entwickelten sich schrittweise; sie waren nicht alle schon am Eröffnungstag vorhanden.

Ein Bahnhof für den Wechsel

Kirchenlaibach wurde als Wende- und Umspannbahnhof ausgebaut. Lokomotiven wurden gewechselt, Züge neu bespannt und Reisende stiegen um. Eine solche Station benötigte Versorgungseinrichtungen und Arbeitsräume, lange bevor hier ein eigenständiges Betriebswerk bestand. Eine eigene Lokomotivbeheimatung setzte nach unserem derzeitigen Forschungsstand erst um 1907 ein.

Versorgen, laden und instand halten

1878 wurden Wasserversorgung, Ladehalle, Wagenremise, Laderampe und Bodenwaage dem Betrieb übergeben. Ein zwölfständiger Rundschuppen mit mechanischer 14-Meter-Drehscheibe ergänzte die Anlage. Zwei Stände waren für größere Reparaturen baulich abgetrennt. Zur Remise gehörten ein Brunnenschacht sowie zwei nördliche, zweigeschossige Flügelbauten mit Übernachtungsmöglichkeiten.

Ein größeres Empfangsgebäude

Das erste Stationshaus war bereits 1877 gewichen. Für das bis heute erhaltene zweite Empfangsgebäude wird derzeit eine Inbetriebnahme gegen Ende 1879 angenommen. Eine bekannte Ansichtszeichnung vom Februar 1880 und der Geländeplan von 1881 dokumentieren die neue Ausbauphase. Die genaue Inbetriebnahme bleibt Gegenstand unserer Quellenarbeit.

Die Bahnhofstraße wächst mit

Zwischen 1878 und 1895 entstanden entlang der Bahnhofstraße Wohnhäuser für Bahnbedienstete und neue gewerbliche Bauten. Zu dieser Entwicklung gehören die Gasthäuser und Metzgereien Ruhland und Kreutzer, die Bäckereien Müller und Reiß sowie das Kaufhaus Amm. Der Bahnhof veränderte damit nicht nur den Verkehr, sondern auch das wirtschaftliche Leben seiner Umgebung.

Vier Richtungen. Ein Mittelpunkt.

Kirchenlaibach als Knotenpunkt: Weiden–Bayreuth seit 1863 und Schnabelwaid–Marktredwitz seit 1878. Schematisch, nicht maßstäblich.
Kirchenlaibach als Eisenbahnknotenpunkt: Die Verbindung Weiden–Bayreuth von 1863 trifft auf die Strecke Schnabelwaid–Marktredwitz von 1878.

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