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Gebäude & Technik

Warum Wasser hoch über den Gleisen lagerte

Seit 1909 prägt der Wasserturm die Silhouette des Bahngeländes. Seine Geschichte reicht weit über die Dampflokzeit hinaus.

1909: Versorgung in neuer Größe

Der Wasserturm ging 1909 in Betrieb und gehört zur großen Erweiterung der Bahnanlagen zwischen 1905 und 1910. Dampflokomotiven brauchten ständig neues Wasser. Die hochliegenden Speicher ermöglichten Druck bei der Abgabe; zuvor musste das Wasser in die Behälter gefördert werden.

Zwei Behälter, zwei Aufgaben

Der große Behälter fasste 200 Kubikmeter, der kleinere 30 Kubikmeter – zusammen 230.000 Liter. Nach der im Projekt überlieferten Zuordnung diente der große Behälter der Lokspeisung und der kleinere der Trinkwasserversorgung. Die dargestellten Füllstände veranschaulichen die Nutzung; sie zeigen keinen belegten Betriebstag.

Woher das Wasser kam

Eine erhaltene Schaltübersicht dokumentiert die Verbindung zum Pumpwerk Göppmannsbühl. Auf der Tafel ist eine „Füllleitung von Göppmannsbühl“ bezeichnet. Auch Leitungen für Lok- und Trinkwasser sind verzeichnet. Nach örtlicher Überlieferung spielte außerdem das westlich gelegene Sedimentationsbecken eine Rolle. Die genaue Zuordnung sämtlicher Leitungswege wird weiter untersucht.

Die Maschinenhalle

Für die angeschlossene Halle sind im Projekt zwei Maschinen von Deutz und eine von Körting überliefert. Die Herstellerzuordnung geht nach Auskunft von Maximilian Lux auf eine handschriftliche Notiz zu einer historischen Innenaufnahme zurück. Der genaue Maschinentyp und die jeweils angetriebenen Aggregate sind noch nicht abschließend geklärt.

Nach der Dampflokzeit

Mit dem Ende des Dampflokeinsatzes 1975/76 entfiel die ursprüngliche Aufgabe des Turms. Nach der bisher zusammengetragenen Überlieferung war auch sein Abbruch vorgesehen. Die massive Bauweise erschwerte dieses Vorhaben. Eine zeitweise erwogene Sprengung wurde wegen der nahe gelegenen Wohnhäuser verworfen. Anschließend erwarb ein Speichersdorfer Unternehmer das Gelände und nutzte das Gebäude als Lager.

Ein vertrauter Teil des Ortsbilds

Der Turm blieb über viele Jahre als Lager erhalten. Heute befindet er sich in Privatbesitz und wird als Atelier und Kunstgalerie genutzt. Seine zukünftige Nutzung ist offen. Für Maximilian Lux gehört der Wasserturm ebenso selbstverständlich zur Speichersdorfer Silhouette wie die Kirchtürme – ein vertrautes Bauwerk, das viele Menschen im Ort seit ihrer Kindheit kennen.

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