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Gebäude & Technik
Mehr Verkehr. Ein Bahnhof wächst.
Zwischen 1905 und 1910 entstehen Anlagen, die Kirchenlaibach über Jahrzehnte prägen.
Die nächste große Bauphase
Der wachsende Verkehr machte eine erneute Erweiterung notwendig. Nach dem zweigleisigen Ausbau der Verbindung Nürnberg–Marktredwitz im Jahr 1901 beschloss die Generaldirektion 1905 den Ausbau der Station Kirchenlaibach. Die folgenden Arbeiten veränderten Gleise, Gebäude, Wege und Versorgungseinrichtungen.
Zwei Lokschuppen zur gleichen Zeit
1906 entstand ein neuer Rundschuppen mit 21 Ständen und einer neuen Drehscheibe. Der ältere zwölfständige Schuppen blieb während des Übergangs zeitweise parallel in Betrieb. So konnte der Bahnbetrieb trotz der Bauarbeiten weiterlaufen. Eine historische Karte zeigt die beiden Anlagen nebeneinander; ihre genaue Datierung wird für die Veröffentlichung noch abgeglichen.
Wege für Reisende und Personal
Ab 1905 entstanden drei befestigte und überdachte Bahnsteiginseln in Schnellzuglänge mit einer Fußgängerunterführung. 1907 kam ein Stahlsteg zur sicheren Querung der Gleise hinzu. Dieser Steg war für Beschäftigte bestimmt und kein öffentlicher Übergang.
Mehr Platz für den Betrieb
Die Anlage wuchs auf mindestens 19 Betriebs- und Abstellgleise. Nebenwerkstätten, Schmiede, Kohlebunker, Bekohlungsanlage, Elektrizitätswerk und Wasserturm ergänzten die Infrastruktur. Verkehrsunterführungen im Osten und Westen veränderten die Straßenführung; südlich der Gleise entstand der Verlauf der heutigen Danziger Straße.
Auch die Menschen brauchten Räume
Mit den technischen Anlagen entstanden weitere Wohnhäuser, eine Lokführerunterkunft und Räume für die Leitung. Das Bahngelände wurde damit zugleich Arbeitsort, Versorgungsanlage und vorübergehender Aufenthaltsort für auswärtiges Personal.
1926: offiziell ein Betriebswerk
Nach dem Ersten Weltkrieg wurden Betrieb und Organisation neu geordnet. 1926 erfolgte nach unserem Forschungsstand die Erhebung zum Reichsbahn-Betriebswerk. Erst ab diesem Zeitpunkt verwenden wir „Betriebswerk“ als offizielle Bezeichnung. Die ältere Anlage beschreiben wir entsprechend ihrer damaligen Aufgaben als Lokomotivstation beziehungsweise Depot.
Material und Literatur: historische Karte mit zwei Lokschuppen; Heinrich Stangl: Das BW Kirchenlaibach; W. Wiesner: Die Betriebswerkstätten und Lokomotivstationen in Bayern rechts des Rheines.